Hast du die Tendenz anderen Menschen ständig gefallen zu wollen, allen Anforderungen, die von außen an dich gestellt werden gerecht zu werden und dich selbst zu verurteilen, wenn du das nicht schaffst?

Stellst du dich und deine Bedürfnisse meist hinten an, um nicht anzuecken?

Wie wir zu uns selbst sprechen, wie wir uns selbst behandeln, all das lernen wir zuallererst von unseren primären Bezugspersonen, in der Regel sind das unsere Eltern. Die Geschichte, die wir über uns selbst erzählen, ist geprägt davon wie wir als Kinder behandelt wurden.
Sind unsere Eltern emotional verwundet, haben sie selbst niemals Liebe bekommen, dann geben sie diese Wunde an uns weiter.
Das ist die schlechte Nachricht.

Die gute Nachricht ist, dass je bewusster du dir über diesen Umstand wirst, die Chancen auf Heilung sehr gut stehen.

Wenn auch beide Elternteile einen großen Einfluss auf unsere Sicht auf uns selbst haben, hat wie unsere Mutter zu uns steht oder stand, den größten Einfluss auf unser weiteres Leben.

Die Mutterwunde beeinflusst unser gesamtes Leben

Doch nicht nur Menschen, die in ihrer Kindheit eine gestörte Beziehung zu ihrer Mutter hatten sind von der Mutterwunde betroffen. Die Abwertung des Weiblichen in unserer Gesellschaft, lässt und als Kollektiv diese Eigenschaften bei uns selbst als minderwertig wahrnehmen.

Das beeinflusst wie Frauen, und ihre Mütter davor, mit ihren Töchtern umgehen, mit anderen Frauen und mit sich selbst. So viel Konkurrenz und Neid gibt es noch zwischen Frauen. Die vermeintliche Schwäche weiblicher Eigenschaften hat im harten Berufsalltag keinen Platz. Besonders Frauen bekämpfen sich in diesem Bereich oft unbarmherzig. Frauen in Führungspositionen sind oft die besseren Männer und reagieren allergisch auf Mitarbeiterinnen, die zu emphatisch sind, da diese all das repräsentieren, was sie an sich selbst ablehnen.

In unserer Gesellschaft wird seit unzähligen Jahren das Weibliche unterdrückt und als minderwertig angesehen. Weibliche Eigenschaften, wie Fühlen, Sein, Ausruhen, in einem gesunden Rhythmus leben, zählen weniger als männliche Eigenschaften, wie Planen, Tun und Rationalität. Dabei bedingen sich beide Pole gegenseitig und ergänzen sich, wenn ausgewogen, hervorragend.

Dazu ist zu sagen, dass wir alle, ungeachtet unseres Geschlechts, beide Pole, männlich und weiblich, in uns tragen.

Die Abwertung des Weiblichen hat dazu geführt, dass viele Frauen, das Weibliche in sich ablehnen. Um in der Gesellschaft seinen Mann zu stehen, werden weibliche, mütterliche Eigenschaften unterdrückt und eigene Bedürfnisse verdrängt.

Immer Action und tun, keine Ruhephasen, nur Leistung zählt.

Viele von uns mißtrauen ihrer weiblichen Seite, mißtrauen der Weichheit, der Intuition, dem sich dem Leben hingeben.

Ein innerer Krieg findet statt.
Ausruhen, einfach mal sein, seine Bedürfnisse nähren, das alles fühlt sich nicht sicher an. Seine Bedürfnisse an erste Stelle zu setzen, verursacht ein Gefühl von Schuld und schlechtem Gewissen.

Auch das Mutter Sein wird als etwas minderwertiges angesehen. “Nur” Mutter sein zählt nicht, ist nichts wert. Mutter Sein hat eine Frau nebenbei zu machen.

Wie hat das bei dir ausgesehen?

Hat sich deine Mutter ständig verausgabt und ihren eigenen Bedürfnissen keine Beachtung geschenkt? War sie ständig mit irgendetwas beschäftigt, emotional nicht anwesend, gereizt oder beruflich unterwegs? War sie zu keiner Empathie fähig, narzisstisch?
Hast du dich wie eine Last gefühlt?
Fühltest du dich schuldig die Fürsorge und Zuwendung deiner Mutter zu erwarten, die sie sich doch selbst nicht geben konnte. Oder hast du dich einsam und verlassen gefühlt, weil du die Zuwendung nicht bekommen hast, die du verdient hättest?

Der ganze Schmerz, den deine Mutter durch die Trennung von ihrer Weiblichkeit und durch die Herabsetzung des Weiblichen in der Gesellschaft erfahren hat, hat sie, wenn auch meist unbewusst, an dich weitergegeben.

Als Kind hast du ihr Verhalten, als deine Schuld angesehen.
Irgendetwas, was du falsch machst oder an dir nicht stimmt musste der Grund sein dafür, dass sie dir keine Aufmerksamkeit gab, sich schlecht fühlte oder ständig überfordert war. Daraufhin hast du versucht ihr alles Recht zu machen, um ja keine Last mehr zu sein und die Ursache für ihr Leid. Immer mehr hast du nun ebenfalls deine eigenen Bedürfnisse verleugnet, denn Forderungen deinerseits hätten deine Mutter nur noch mehr belastet.

Wenn dir das bekannt vorkommt, dann hast du wahrscheinlich heute als Erwachsene das Gefühl nicht gut genug zu sein, erst genug getan zu haben, wenn du völlig erschöpft, müde und überarbeitet bist.

Denn das ist das, was du für Liebe hältst.

Um eine Veränderung herbei zu führen ist eine Neudefinition von Fürsorge vonnöten.

Wie könnte, sich um etwas oder jemand zu kümmern, für dich aussehen, ohne dass du dich völlig verausgabst oder selbst vergisst?
Welche Gefühle von Schuld und Widerstände kommen da in dir auf?
Vielleicht überlegst du dir das gerade als Tochter (oder Sohn), doch wenn du eine Mutter bist, bedenke einmal welche Werte und Programmierungen gibst du damit unbewusst an deine Kinder weiter?
Wo opferst du dich unnötigerweise auf?

Aber bitte, wenn du mit diesen Fragen in dich gehst, dann nicht mit einer verurteilenden Haltung sondern mit mitfühlender Achtsamkeit dir gegenüber.

Wenn du es schaffst, langsam nach und nach hier eine andere Einstellung zu erlangen,  dann kannst du Fürsorge, Zuwendung und Unterstützung geben, ohne dich zu verausgaben, sei es in der Familie, im Freundeskreis oder im Beruf.

Nähren und Geben aus einem Gefäß, das überläuft, weil du es vorher selbst gefüllt hast und nicht den letzten Tropfen heraus pressen musst.

Doch was kannst du nun tun, um die Mutterwunde zu heilen?

1.Heilung erfordert zuerst Bewusstwerdung
Nimm die Gefühle von Trauer und Verlust an. Akzeptiere was du nicht erhalten hast und sorge gut für dein inneres Kind. Nimm Kontakt mit ihm auf. Das kannst du z.B. mit dieser Meditation tun.
Um die Leer zu füllen, die dieses nicht genährt werden in dir verursacht hat, etabliere einen inneren Elternteil, der es liebt dein inneres Kind zu nähren und zu schützen. Nimm immer wieder Kontakt mit deinem inneren Kind auf, frage es was es braucht. Nimm dein Notizbuch und gehe in einen schriftlichen Dialog.
Schreibe dir diese Affirmation auf und hänge sich gut sichtbar auf:
ICH GENIEßE ES FÜR MICH ZU SORGEN!

2. Werde dir bewusst, wie sich die Mutterwunde auf dein Leben ausgewirkt hat
und dann überlege dir wo du eine Veränderung, eine Reprogrammierung vornehmen kannst. Welche kleinen Veränderungen kannst du schon heute vornehmen?

3. Grenzen setzen
Wenn du eine toxische Beziehung zu deiner Mutter hast ist es wichtig Grenzen zu setzen. Definiere für dich was du in deinem Leben haben möchtest und was du nicht mehr zulässt.
Heilung kann nicht stattfinden, wenn du immer wieder verletzt wirst. Das gilt übrigens für alle Beziehungen in deinem Leben

4. Verabschiede dich von der Illusion gerettet zu werden.
Kein Partner wird das nachholen können, was du als Kind nicht bekommen hast. Du kannst es deinem inneren Kind nur selbst geben. Ein liebevoller Partner kann das unterstützen. Doch solange du dieses Wunde in dir trägst ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass du einen Partner anziehst, der diese Wunde gleichfalls hat und von dir erhofft seine emotionale Leere gefüllt zu bekommen.

5. Achte auf deine Bedürfnisse
und seien sie deiner Meinung nach noch so unbedeutend. Brauchst du gerade ein Schluck Wasser? Arbeitest du weiter, obwohl du doch die ganze Zeit auf Toilette musst? Hast du Hunger? Brauchst du eine Pause? Möchtest du dich am liebsten mit einem Buch aufs Sofa kuscheln, bist aber verabredet?
Menschen die dich lieben und schätzen unterstützen dich gerne, genauso wie du ihnen gerne hilfst.
Doch manchmal hilft man einem Menschen mehr, wenn man ihm nicht alles abnimmt, sondern ihn seine eigenen Erfahrungen machen lässt.
Du bist nicht für das Glück von anderen verantwortlich.
Diese Geschichte geht über Generationen, basierend auf dem Programm dass das Weibliche minderwertig ist.

Es ist dir erlaubt in deinem Rhythmus zu leben, glücklich zu sein und du hast es verdient. Es ist dein Geburtsrecht. Du kannst für dich sorgen und für andere sorgen.

Du musst keine Schuld begleichen, erst etwas geben um etwas zu bekommen. Du bist ein wertvolles Geschenk.

Möchtest du dich noch eingehender mit dem Thema beschäftigen, dann kannst du dieses Arbeitsblatt mit weiteren Journaling Anregungen nutzen

oder  hier eine Sitzung bei mir buchen.
Foto:pixabay

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