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Wenn du mit traumatischen Erlebnissen in deiner Kindheit aufgewachsen bist oder als Kind vernachlässigt wurdest, hast du es in der Regel schwerer als andere gesunde Beziehungen aufzubauen.

Warum eine Beziehung sich nicht so entwickelt, wie du es dir wünschst, kann an deinen Verhaltensweisen liegen, die du als Überlebensstrategie entwickelt hast. Hierbei möchte ich betonen, dass ich in diesem Artikel Beziehungen zu Menschen meine, die dir wohlwollend gesonnen sind.

Trigger, bzw. Auslöser, die dich emotional aus der Bahn werfen, zu erkennen ist wichtig bei der Heilung einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung (K-PTBS). 

Wichtig ist auch, achtsam dafür zu werden, wie du auf diese Auslöser reagierst, um mit reflexartigen Verhaltensweisen Menschen nicht vor den Kopf zu stoßen.

Gesunde Verbindungen und Beziehungen aufzubauen, ist enorm heilsam für Menschen, die durch andere Menschen traumatisiert wurden.

Seelische Wunden, die durch eine K-PTBS entstanden sind und entsprechende Verhaltensweisen auslösen, sind vor langer Zeit in deiner Kindheit, entstanden. Diese Wunden sind nicht deine Schuld, deine daraus resultierenden Verhaltensweisen sind jedoch etwas, das du heilen und verändern kannst.

 

Um diese automatisch ablaufenden Verhaltensweisen zu ändern ist es wichtig den Fokus von dem was dir passiert ist auf das zu verlagern, wie du im Hier und Jetzt mit deinem Leben umgehst und erkennst, wie die im Folgenden beschriebenen Trauma basierten Verhaltensweisen andere Menschen von dir wegstoßen können.

1. Du bist zu sehr darauf fixiert, was andere denken könnten.

Als Kind hast du gelernt, die Signale der nächsten Menschen um dich herum zu lesen. Du warst ihnen somit immer einen Schritt voraus und konntest dein Verhalten dementsprechend anpassen, um kein Stein des Anstoßes zu werden.  Du hast gelernt, dich leicht in andere Menschen hineinzuversetzen.

Doch leider ist die Folge davon, dass du mehr mit dem beschäftigt bist, was andere denken oder fühlen, als mit deinem eigenen Denken und Fühlen.

 

Ertappst du dich häufiger dabei, wie du dabei bist die Probleme und Sorgen der Menschen um dich herum zu lösen? Gibst du Ratschläge, um die du nicht gebeten wurdest? 

Ich ertappe mich auch immer wieder dabei, wie ich reflexartig eine Lösung zur Hand habe, wenn jemand mir ein Problem erzählt und mich zurückhalten muss, nicht jedesmal gleich damit heraus zu platzen. 

 

Du kennst das wahrscheinlich auch von der anderen Seite, wenn dir  jemand ungefragt Lösungen für dein Problem überstülpt. Das ist nicht sehr angenehm, oder? Wie fühlst du dich dann? 

2. Du schmeichelst dich ein.

Nach einem traumatischen Erlebnis entwickeln die betroffenen Menschen eine der vier Reaktionen: Fliehen – Erstarren – Angriff – Unterwerfung (Einschmeicheln).

 

Sich ständig um die Probleme anderer zu kümmern und zu versuchen es allen recht zu machen, ist eine typische Einschmeichel- Taktik, ein Hauptmerkmal einer K-PTBS.

Dieses Verhalten war ein Überlebenswerkzeug, als wir klein waren, wir versuchten damit unsere Sicherheit zu wahren.

 

Jetzt jedoch, verhindert diese Verhaltensweise eine echte Verbindung. Du lenkst mit diesem Verhalten von dir ab, musst dich nicht zeigen und kannst innerlich abtauchen. Auch ist es ein Versuch die innere Leere nicht zu spüren und die Verzweiflung des verlassenen inneren Kindes.

 

Als Kind hat sich nie jemand wirklich dafür interessiert, was deine Wünsche und Bedürfnisse sind, so dass du es nicht gewohnt bist, dich das selbst zu fragen. Es ist nun an der Zeit dich JEDEN TAG und JEDEN MOMENT zu fragen. Was will ich ? Was brauche ich?

Wie fühle ich mich?

3. Du vermeidest Konflikte.

Jemand hat dich verletzt, zurückgewiesen, du überspielst das aber, als wäre nichts gewesen. Vielleicht reagierst du sogar mit einem Witz als wäre das doch nicht so schlimm und anstatt die andere Person auf die Verletzung, die sie dir angetan hat anzusprechen, reagierst du mit noch mehr Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der verletzenden oder gar missbräuchlichen Person gegenüber. Du versuchst deine eigene Verletztheit zu vertuschen.

 

Auf diese Weise ziehst du missbräuchliche Menschen an, wie das Licht die Motten.

 

Eine gesunde Beziehung lebt von ehrlicher Kommunikation. Wenn du immer so tust, als wäre alles in Ordnung und keine Ecken und Kanten zeigst, bist du für den anderen nicht greifbar.

 

Wenn jemand dich nicht gut behandelt, kannst du etwas sagen, schweigen oder gehen. Wenn aber ein alter verletzter Teil von dir auf die Misshandlung reagiert und so tut als wärst du nicht verletzt worden und du so tust als ginge es dir gut, dann ist das keine gute Basis für eine Beziehung.

Kommt dir das bekannt vor? Gibt es Menschen in deinem Leben denen gegenüber du dich so verhältst

 

Echte Freundschaften erfordern niemals, dass du dich selbst als Mittel zur Bewältigung des Problems aufgibst oder aus der Realität aussteigst. Echte Freundschaften entstehen aus deiner wahren Präsenz.  Du bist voll und ganz anwesend. Deine Präsenz im Hier und Jetzt ist eines der wundervollsten Dinge, die zur Heilung deiner Wunden aus der Kindheit beiträgt.

4. Du wirkst bedürftig.

Sich nicht zugehörig oder einsam zu fühlen, sind typische Symptome eines frühen Traumas. Diese Symptome stellen sich im Zusammensein mit anderen nicht selten als Bedürftigkeit dar.

So kann es sein, dass du die ganze Zeit redest, wenn dir jemand zuhört, der den Eindruck erweckt Interesse an dir und deinen Problemen zu haben. Du bist am Überfließen und redest ohne Punkt und Komma.

Doch wenn du die ganze Zeit redest, ist es, als ob du nicht da wärst – es gibt keine wirkliche Verbindung.  Damit sich eine Freundschaft entwickeln kann, muss es ein Geben und Nehmen geben, ein Reden und Zuhören, die Sorge um den anderen und ein echtes Interesse an ihm.

 

Hier ist eine weitere Sache, die aus  Einsamkeit entstehen kann. Du öffnest dich zu schnell einem anderen Menschen und sprichst die die meiste Zeit über die schlimmen Dinge, die dir widerfahren sind.

Ja, es ist gut diesen Teil von dir mit jemand zu teilen. Doch ist die Beziehung eine frische und noch keine gewachsene Beziehung, dann kann es passieren, dass du jemand damit überforderst und dieser Mensch sich dann von dir zurück zieht.

 

Damit meine ich natürlich Menschen, die eine gesunde Beziehung anstreben. Menschen, die nur etwas von dir wollen und denen dein Wohlergehen ziemlich egal ist, können von Anfang an großes Interesse an dir und deinen Geschichten heucheln, um dich an sie zu binden.

Auf diese Weise verstrickst du dich so oft mit toxischen Menschen.

 

Deine Geschichte in kleinen Portionen über einen längeren Zeitraum mit jemand zu teilen, sich langsam kennen zu lernen, ist die gesündere Variante. Toxische Menschen treiben eine Beziehung immer sehr schnell voran, du kommst ihnen also mit diesem Verhalten sehr entgegen.

 

Du kannst auf andere auch sehr bedürftig wirken, wenn du sehr viel Anstrengung unternimmst, um ein Treffen auszumachen

Du rufst an, du schreibst SMS, du hast  Ideen, die der anderen Person vielleicht gefallen, aber immer bist es du, die sich nach dem anderen erkundigt.

In einer gleichberechtigten Beziehung, herrscht Gegenseitigkeit.  Du wirst zu einem Treffen eingeladen und das nächste Mal fragst du nach einem Treffen. 

Wenn die Initiative für ein Treffen immer nur von dir ausgeht, ist das eine gute Information für dich, was für eine Art von Freundschaft du erwarten kannst, sicherlich keine gut tuende und schon gar keine erbauliche romantische Beziehung.

Anstatt ständig auf Einladungen und Treffen zu drängen, suche dir lieber neue Leute.

5. Du entschuldigst dich ständig

Hast du es schon einmal erlebt, dass sich jemand ständig entschuldigt, jedoch für eine Sache, die er nur annimmt, dass er daran Schuld trägt? Oder sich jemand bei dir entschuldigt, weil er vermutet, dass er dich verletzt hat, das aber nicht der Fall ist? Und du sagst: ”Alles gut, da gibt es nichts zu entschuldigen”, die andere Person ist aber immer noch peinlich berührt ?

Ich kann dir sagen, ich war diese Person und bin sie teilweise heute immer noch.

Diese Situation ist für alle Beteiligten keine angenehme.

Sich ständig schuldig zu fühlen und sich entschuldigen müssen, ist ebenfalls ein Symptom eines Traumas aus der Kindheit. In deiner Kindheit wusstest du mit deinen unberechenbaren Erwachsenen um dich herum nie genau, wann du etwas richtig oder falsch gemacht hattest, so hast du dir angewöhnt, dich automatisch für alles zu entschuldigen, für alles mögliche automatisch die Schuld auf dich zu nehmen.

Wenn du dich also die ganze Zeit entschuldigst und, das ist entscheidend, die andere Person darauf besteht, dass du das nicht tun musst, oder sich unwohl fühlt, dann lass es sein.

Das Gleiche gilt, wenn du dich selbst runter machst. Du sagst: “Oh mein Gott, ich bin so ein Idiot! Ich sehe schrecklich aus” usw. und du unterschwellig darauf hoffst, dass dein Gegenüber das verneint und dich darin bestätigt, dass das nicht der Fall ist, macht das auf die Dauer einen unsicheren Eindruck und wirkt nicht besonders attraktiv auf andere.

Selbst wenn jemand dich beruhigt und beteuert, dass das nicht wahr ist, wird es dir kein besseres Gefühl geben, solange du diesen negativen Monolog automatisch immer wieder abspulst.

Eine gute Methode dir diesen inneren Monolog bewusst zu machen ist Morgenseiten zu schreiben. Diese Methode, von Julia Cameron in dem Buch “der Weg des Künstlers” beschrieben, besagt, dass du jeden Morgen oder wann immer du Zeit hast, alles aber auch alles aufschreibst, was in deinem Kopf vorgeht und zwar ohne Punkt und Komma. Damit bringst du diesen ganzen “Mist” aus deinem Kopf heraus und kannst, wie ich z.B., plötzlich erkennen, wie schlecht du die ganze Zeit in deinem Inneren über dich redest. Das wird sich auch in deinem Umfeld spiegeln. Einmal erkannt, kannst du im weiteren Schritt schauen, wo diese Stimmen herkommen und überprüfen ob diese wirklich wahr sind. Eine Anleitung für Morgenseiten findest du übrigens in meiner Ressourcen Bibliothek.

Es wird immer wieder vorkommen, dass man dir tatsächlich unfairer weise die Schuld für ein Problem gibt.

Die Sache mit einer K-PTBS ist, dass unser Urteilsvermögen manchmal etwas langsam ist oder nicht ganz stimmt.

Ich spreche hier nicht von Missbrauch. Das ist eine ganz andere Sache, wenn jemand deine Wahrnehmung bewusst manipuliert und gaslighted.

Das sind keine Freunde. Ich spreche davon, wie man Nähe zu guten Menschen aufbaut, die man in seinem Leben haben möchte.

6. Du reagierst unangemessen auf Kritik.

Wenn du in der Vergangenheit missbraucht oder für wertlos erklärt wurdest und zu sehr ignoriert worden bist, wirst du unsicher, ob die Kritik eines Menschen an dir etwas ist, das du ernst nehmen solltest oder nicht.

Ich würde sagen, in der Regel ja.

Natürlich nicht bei Missbrauchstätern. Aber wenn du jemanden magst und respektierst, ist es nur fair, zu hören, was er dir zu sagen hat.

Die Heilung einer PTBS aus der Kindheit erfordert einen Balanceakt zwischen der Offenheit, Kritik annehmen zu können, es uns jedoch nicht zu sehr zu Herzen zu nehmen und es zur absoluten Wahrheit zu machen.

Bevor du dir etwas zu sehr zu Herzen nimmst, lass es erst einmal im Vorzimmer deiner Gefühlswelt und bedenke es erst einmal, bevor du automatisch mit Angriff / Wut, Flucht / Ignorieren mit anschließendem Einschmeicheln reagierst.

Es geht darum die Gefühle des anderen ernst zu nehmen und zu respektieren. Höflich zu reagieren auch wenn man im Moment mit dem Gesagten noch nichts anzufangen weiß.

Höfliches Reagieren bedeutet, auf die Gefühle einer anderen Person Rücksicht zu nehmen, Höflichkeit zu zeigen, auch wenn man in dem, was sie sagt, keine Wahrheit sieht (jedenfalls noch nicht), und sich zu bemühen, den Kern dessen, was sie sagt, zu verstehen.

Du brauchst nicht zu katzbuckeln und zu kriechen, und du brauchst auch nicht verletzend zu werden. Du kannst sagen: “Oh, ich wusste nicht, dass du so fühlst. Ich werde darüber nachdenken und sehen, ob ich das das nächste Mal besser machen kann.”

Alles, was du gesagt hast, war, dass du darüber nachdenken würdest, dass du schauen willst, was du das nächste Mal besser machen könntest.

Du hast die andere Person nicht abgewertet und du bist auch nicht innerlich emotional zusammengebrochen.

Manchmal kommen einem bei weiterer Überlegung die richtigen Worte, so dass man realistisch sein und die Wahrheit sagen kann und trotzdem ein fürsorglicher Freund bleibt.

Diese beiden Dinge – Wahrheit und Fürsorge – sind es, die es ermöglichen, Freundschaften zu vertiefen.

Heilung geschieht, indem im Laufe der Zeit immer wieder kleine Veränderungen vorgenommene werden. In kleinen Schritten kannst du bessere und gesündere Verbindungen zu anderen aufbauen. Gesunde Verbindungen sind die beste Grundlage für deine Heilung.

Wenn du noch mehr Klarheit über dich erhalten möchtest, dann kannst du mit meinem Kurs “Love Your Self” deinen Selbstliebe Muskel stärken. Die beste Voraussetzung für gesunde Beziehungen.

    1 Response to "6 Trauma basierte Verhaltensweisen, die andere von dir weg stoßen"

    • […] Menschen mit Traumata neigen sehr häufig dazu jedes mal wenn etwas in ihnen Ängstlichkeit oder Beunruhigung auslöst in einen dysregulierten Zustand zu geraten. Dann fällt es schwer mit anderen Menschen in Verbindung zu gehen, non verbale Signale zu deuten und es fällt schwer, Emotionen angemessen auszudrücken, ohne andere Menschen von sich wegzustoßen. […]

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